Schlaganfall

Der Boden wird dir unter den Füssen weg gezogen...!!!!..

Der 08. August 2020

Einer der furchtbarsten Tage in meinem Leben.

Stelle dir vor, du verabschiedest den Menschen, den du unsagbar liebst und mit dem du alt werden willst, und dir ist nicht bewusst das es vielleicht das letzte Mal sein könnte das du diesen Gesund und lebend siehst, spürst….

So ähnlich, erging es uns, am 08. August 2020.

Es ist so grausam, sich Hilflos und ohnmächtig zu fühlen. Ja, dieses Gefühl, kannte ich leider allzu gut, aber es machte die Situation absolut nicht einfacher oder leichter!.. Ein Tag wie jeder andere… Einer der Tage, an dem man beginnt, wahr zu nehmen, wer wirklich Familie und Freund ist, und er nicht! Wie heist es doch so treffend:

In guten Zeiten hast du Freunde, in schlechten Zeiten weißt du wer deine Freunde sind. Und dies gilt auch für Familie!

Meine Männer, hatten gefrühstückt.  Dann ging es los…und sie sind losgefahren!

Ich habe mich dann meinen Aufgaben gewidmet und kurze Zeit später, bin ich sehr unruhig geworden und habe versucht beide leider erfolglos zu erreichen. 

Kurz darauf rief unser Sohn mich an und fragte, ob ich wüsste, was passiert ist. Mir wurde schlecht und meine Knie versagten! Ja, fast wie im schlechten Film… Ich wusste nicht, ob etwas mit meinem Mann gewesen ist oder mit unserem Sohn! Nun, unser Sohn wurde auch nur angerufen und wusste aber nichts Näheres da er nicht ans Telefon gehen konnte. Also versuchte ich es wieder und wieder… bis ein Bekannter mich nach fast einer Stunde anrief und mir mitteilte das mein Mann ins Krankenhaus gebracht wurde. Obwohl er es nicht gesagt hatte, wusste ich das mein Mann einen Schlaganfall erlitten hatte. Er selbst wusste es aber nicht. Er beschrieb mir dann was geschehen ist und ich sagte es dann laut: Dirk hatte einen Schlaganfall! Unser Sohn, hatte alles Mitbekommen und erlitt einen Schock. … Ich hatte nur noch Panik und mir gingen Tausende Dinge, gleichzeitig durch den Kopf. Zudem bin ich so unendlich wütend gewesen, dass ich als letzte erfahren habe, dass mein Mann einen Schlaganfall erlitten hatte! Ja, auch das geht einem im Kopf herum in dieser Situation, den jede Minute zählt. Da man mir gesagt hatte, in welches Krankenhaus mein Mann gekommen ist, Rief ich dort an! 

Ich musste mich sehr zusammen nehmen. Meine Söhne Kamen dann einige Zeit später zu Hause an. Ich Telefonierte mit dem Zuständigem Arzt, der mir einiges sehr Erschreckendes mitgeteilt hatte, aber auch das mein Mann unsagbares Glück hatte, das er dies Überlebt hat! Jedoch würde es dauern bis er außer Gefahr wäre,, denn es könnte sich jeder Zeit im Gehirn eine Schwellung, ein Blutgerinnsel bilden. 5 Tage lang wusste ich nicht, wie es weiter geht, ob mein Mann das unbeschadet Überlebt und überlebt! 5 Tage, in denen ich mich extrem zusammenreißen musste und gute Miene machen musste da unsere Tochter Schwanger gewesen ist! Ich konnte ihr doch nicht die Wahrheit sagen, was der Arzt mir mitgeteilt hat. Nun, und unser Sohn, als der Arzt mir sagte was alles passieren kann und ich aufgelegt habe, musste ich so weinen, dass es mich in die Knie gezwungen hat, leider hat es unser Sohn mitbekommen und dachte das mein Mann gestorben ist! Das war noch eine Situation, die Grausam gewesen ist. Ich musste mich zusammenreißen, und ihn auffangen den er ist zusammengebrochen und hat bittere Tränen geweint. Ich sagte ihm, das Vati lebt aber ich einfach nur Angst habe. Und das alles wieder gut wird. Er hatte so furchtbare Angst um meinen Mann, er sagte immer wieder: aber das ist doch mein Vati, ich habe nur einen Vati, ich habe Angst. Ich will nicht das Vati stirbt!

Ja, und ich habe mir Unsagbare Vorwürfe gemacht, bis heute!

Warum sehe und fühle ich es, wenn Freunde, Bekannte, in der Familie und Fremde Krank werden, sterben, etwas passiert? und nur bei meinem eigenen Mann …nichts………. 🙁

Ich habe es nicht gesehen, gespürt und wahrgenommen! … 

Kurz darauf, hat unser Sohn mich nach Hamburg ins Krankenhaus gefahren. Nun, musste ich auch noch bei 30 Grad Hitze eine Maske tragen und einen (ich sag mal Ganzkörperkondom) wegen Corona. Nun ja, Hauptsache ich konnte zu meinem Mann. Ich war so entsetzt ihn so zu sehen! Ich wollte und will immer, dass es meinem Mann gut geht… Dass er keine Schmerzen hat. Mein Mann konnte nicht sprechen und sich nicht richtig Bewegen. Klar! Er war einseitig gelähmt….

Wisst ihr, ich bin ein Mensch der ich glaube zu emotional ist! Mitfühlend, zu und bei Menschen die ich als aufrichtig und hilfsbereit erachte. Ja, da bin ich ziemlich klar! den berechnende und Heuchlerische Menschen, die nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind, die nach dem Motto leben: du kannst mir immer helfen egal wobei, und für mich Tag und Nacht da sein, aber ich bin nur dann für dich da, wenn es mir gerade in den Kram passt und es nicht zu anstrengend ist… Mit solchen Menschen kann ich nicht umgehen, ja ich gebe den Menschen 3, 4 Chancen, aber irgendwann bin ich dazu nicht mehr bereit… Ich habe immer ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn ich nicht geholfen habe, auch wenn ich wusste das diese Menschen, mit Sicherheit nicht da sein werden, wenn ich mal Hilfe benötigen sollte…

Ja, durch den Schlaganfall meines Mannes habe ich begonnen so zu denken, alles zu überdenken, mein Leben und was ich bisher getan habe, dass ich immer für alle Menschen da gewesen bin auch mit dem Wissen, das diese hinter meinem Rücken schlecht über mich sprachen und wenn sie vor mir standen, so getan haben, als wenn nie etwas gewesen wäre.-… die ab und an mal Zugeständnisse gemacht haben und sich nie darangehalten haben… Das nur nebenbei… Aber, DAS spielte dann eine sehr große Rolle, denn ich bin mit der ganzen Situation absolut überfordert gewesen. Man glaubt immer, dass es darum geht das der Partner, denn es betrifft Hilfe benötigt und ja das tut dieser auch, aber es ist ein langer Rattenschwanz was man dann zu tun hat. Gerade wenn man nebenbei noch selbständig ist! Ämter müssen benachrichtigt werden, Unterlagen müssen angefertigt und versendet werden, man muss einige Ämter aufsuchen, einiges auf Eis legen, einiges muss Ruhen, Rechnungen um…  Und das an der besten Zeitnaher, und sofort. Auch wenn man den Kopf nicht frei hat. Dann musste ich noch die Kinder Auffangen, in der Familie und Freundeskreis Erzählen was passiert ist in der Hoffnung das der eine oder die andere vor der Tür steht und sagt, wo und wie kann ich dir jetzt Helfen! … Leider war es absolut nicht so. Und leider habe ich genau DAS Erwartet und gehofft! 

Fortsetzung folgt…

 

 

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